BMW Isetta

BMW Isetta
Nach dem Krieg wurde das Eisenacher BMW Werk Teil der Sowjetischen Aktiengesellschaft Awtowelo. In den verbliebenen Münchener Werken wurden überwiegend Motorräder und Flugmotoren gefertigt. Die Finanzkrise führte zum Lizenzbau der italienischen Firma Iso aus Mailand, woraus die Isetta entstand. Der Kleinwagen kam Anfang März 1955 auf den Markt und bis 1962 wurden fast 262.000 Exemplare verkauft.

Wissenswertes über die BMW Isetta
BMW selbst bezeichnetet den Kleinstwagen als „Motocoupé“, das nur begrenzt Platz bot. Allerdings ließ es sich mit dem damaligen Führerschein der Klasse IV fahren und konnte für wenig Geld gekauft werden. Typisches Markenzeichen ist der an die Tür eines Kühlschranks erinnernde Fronteinstieg. Das Lenkrad befindet sich an der Tür und klappt beim Öffnen zur Seite weg. Das Basismodell von Iso verfügte hinten nur über ein Rad, aber BMW verbaute eine nur 50 cm schmale Hinterachse mit zwei Rädern. Angetrieben wurde die „Kleine“ von einem luftgekühlten Einzylinder-Viertaktmotor des hauseigenen Motorrads R25 mit 12 PS und einem Hubraum von 250 cm³. 1956 wurde die Isetta auch mit 13 PS und 300 cm³ Hubraum ausgestattet und verfügte bereits über einen Rückwärtsgang. Für einen Kleinstwagen außergewöhnlich, war vor allem der Rückwärtsgang. Der Benzinverbrauch betrug nur 3,3 Liter auf 100 km. 1959/60 produzierte BMW circa 1500 Modelle einer Dreiradvariante für den Export. In den entsprechenden Ländern wurde die Isetta als Kraftrad mit günstiger Besteuerung eingestuft. Von diesem Modell wurden nur etwa 1.500 Exemplare gefertigt. Beispielsweise baute man für die Schweiz und die Niederlande die sogenannte „Schmalspur-Isetta“.

Technische Ausrüstung
Durch die enge Radstellung hinten ist kein teures Differential nötig. Die ungefähr 350 Kilogramm schwere BMW Isetta 250 brachte es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h, wobei sogar Steigungen bis zu 30 Prozent erklommen werden konnten. Allerdings bescherte das ständige Vollastfahren bei rund 6000 Umdrehungen zahlreiche Motorschäden. Möglich war das Anbringen eines bis zu 220 kg schweren Anhängers oder Wohnwagen. Lange Gegenstände konnten durch das Öffnen des Faltdachs transportiert werden. Ende 1956 erschien die Isetta mit modernisierter Karosserie und zahlreichen Detailverbesserungen. Es gab Modellbezeichnungen wie BMW Isetta Export mit großen Stoßfängern oder Scheinwerfern für die USA oder BMW Isetta Standard. Die sogenannte Lasten-Isetta verfügte über eine kleine geschlossene oder offene Ladefläche, deren Nutzlast immerhin 250 kg betrug.

Entwicklung der Isetta
Weltweit produzierte BMW von 1955 bis 1962 161.728 Isetten. Später wurde das Isetta-Konzept als Viersitzer mit längerem Stahlrohrrahmen und einer modernen Schräglenker-Hinterachse erweitert. Für den Antrieb sorgte ein gedrosseltes 600-ccm-Zweizylinderaggregat aus dem Motorradbau mit einer Leistung von 19,5 PS. Daraus entwickelte sich 1957 der gut 2,90 Meter lange BMW 600. Nach knapp 35.000 Modellen in zwei Jahren stellte BMW zugunsten des 700 die Produktion ein.

Fans dürften heute wohl kaum eine BMW Isetta unter 20.000 Euro finden. Als Alternative zählt heutzutage das kleine Elektroauto Microlino aus der Schweiz im 1950er-Jahre-Design. Der Hersteller Artega bei Delbrück in Deutschland gibt die Reichweite mit 200 km und den Preis mit circa 12.000 Euro an.