Wie funktioniert eine Servolenkung?

Lenkrad Borgward

Wir erklären das hydraulische Funktionsprinzip einer Servolenkung.

Die Servolenkung erleichtert dem Fahrer das Lenken eines Automobils. Ein Hydraulik-System verstärkt die Kraft, die der Fahrzeugführer beim Drehen des Lenkrades aufbringt. Dadurch ermöglicht die Servolenkung eine einfache, direkte Lenkung ohne großen Kraftaufwand. Wird ein Auto geschoben, oder abgeschleppt, merkt man mit welchem Aufwand der Lenkvorgang ohne Servo-Unterstützung einhergeht.

Rückblick: Schwere Lenkung sorgt für Bedarf an einer Unterstützung

Die Lenkung eines Autos leitet die Bewegungen des Lenkrads auf die beweglichen Vorderräder weiter. Da insbesondere bei großen, schweren Fahrzeugen dieses vom Fahrer einen erheblichen Kraftaufwand erforderte, rückten bereits vor dem Zweiten Weltkrieg mögliche Unterstützungen in den Fokus der Entwickler. Die entsprechende Aufrüstung von serienproduzierten Fahrzeugen erfolgte erst nach dem Krieg: Als erstes Unternehmen führte Chrysler im Jahr 1951 die Servolenkung ein.

Wie funktioniert eine Servolenkung?

Die Servolenkung stellt ursprünglich ein hydraulisches System dar. Es besteht, vereinfacht beschrieben, aus einem Hydraulik-Kolben, einer vom Motor angetriebenen Servopumpe und einem Flüssigkeits-Behälter. Über Druckleitungen zirkuliert Öl zwischen den genannten Komponenten. Fährt das Fahrzeug geradeaus, befördert die Servopumpe Öl durch das System, das auf direktem Wege zurück in den Behälter fließt.

Schlägt der Fahrer das Lenkrad ein, strömt es teilweise in den Arbeitsraum der Lenkung. Das erzeugt einen Druck, der die Lenkbewegung unterstützt und folglich den Kraftaufwand des Fahrers erheblich minimiert. Bei einem maximal eingeschlagenen Lenkrad entsteht der höchstmögliche Druck. Gelangt das Lenkrad zurück in die Ausgangsposition, fließt das Öl zurück in den Sammelbehälter. Dennoch zirkuliert selbst bei geraden Fahrten permanent Öl durch das System, was mit einem Verbrauch an Kraftstoff einhergeht.

Vorteile einer elektrischen Lösung gegenüber der hydraulischen Servolenkung

Mittlerweile besitzen 97 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge eine Servolenkung. Allerdings ersetzen die Hersteller die hydraulische Lösung vermehrt durch eine elektromechanische Servolenkung. Elektrische Lösungen besitzen den Vorteil, dass sie nicht permanent laufen. Das senkt den Kraftstoffverbrauch. Außerdem gelten die elektrischen Servolenkungen als gewichtssparender und einfacher in der Wartung.

Was passiert, wenn die Servolenkung ausfällt?

Wenn eine Servolenkung ausfällt, bleibt immer die Lenkbarkeit eines Fahrzeuges erhalten. Oft muss dafür dann aber deutlich mehr Kraft ausgeübt werden.

 

Das folgende Video erklärt die Funktionsweise und stellt bildlich dar, wie eine Lenkunterstützung funktioniert.

(Foto: Lenkrad / E. Kopp  / pixelio.de)